Lenovo X1 Carbon 2017 – ist es den Preis wert?

Mit Lenovo verbindet mich seit Jahren eine Hassliebe. Als ich das erste Mal als sogenannter Business-User mit Notebooks zu tun hatte war ich ein großer Freund von Dell. Lenovos bzw. damals noch IBM’s Design wirkte auf mich altbacken und langweilig. Fakten wie Robustheit, Haptik etc. waren noch nicht wirklich bei mir angekommen. Dell war damals der Anbieter der Wahl und um ehrlich zu sein – der Next-Business-Day-Support von Dell funktioniert hervorragend.

2015 bin ich dann auf ein Lenovo X1 Carbon umgestiegen und war schwer begeistert. Das Gerät war hervorragend, die Akkulaufzeit unschlagbar – alles in allem war ich sehr angetan. Irgendwann musste ich aber feststellen, dass der SIM-Karten-Slot beschädigt war. Kein Problem, ich hatte ja den erweiterten Next Business Day Vor-Ort-Support abgeschlossen. Lenovo hatte jedoch das passende Ersatzteil nicht auf Lagerund es hat ca. 2 Monate gedauert, bis dies repariert werden konnte.

Also der Lenovo-Support kann schwierig sein – aber die Hardware ist etwas Wunderbares…

Die letzte Zeit war ich mit einem MacBook Pro 2016 15 Zoll unterwegs. Ein schönes Gerät, keine Frage. Letzten Endes bin ich allerdings auf eine Windows-Maschine angewiesen und nachdem ich nie gelernt habe mit 10 Fingern blind zu schreiben bin ich ein großer Freund von klassischen deutschen QWERTZ-Tastaturen. Spätestens wenn es auf Sonderzeichen wie |, [], {}, /\ hinausläuft fange ich bei der Mac-Tastatur an zu fluchen. Und seien wir ehrlich. Es macht keinen Sinn einen Mac mit 100% unter Windows zu fahren.

Zusätzlich war ich auf der Suche nach etwas kleinerem, leichterem, etwas grundsätzlich Reise-kompatiblerem, welches mir eventuell auch ohne Adapter oder externe Geräte die Möglichkeit gibt ins Internet zu gehen (UMTS- oder LTE-Modem) oder einen externen Monitor/Beamer anzuschließen.

Ende Mai reifte dann also bei mir der Entschluss dem neuen X1 Carbon eine Chance zu geben. Im Lenovo-Onlineshop habe ich dann angefangen zu konfigurieren. Als Ergebnis kam dann diese Maschine heraus:

  • CPU Intel Core i7-7600U (4MB Cache, 2,8GHz/3,9GHz), Kaby Lake Architektur
  • 16 GB DDR3@1866 MHz
  • 1 TB PCIe NVME, OPAL 2
  • Intel HD Graphics 620
  • 14″ FHD 1920×1080 IPS Anti Glare Non Touch
  • hintergrundbeleuchtete Tastatur
  • Fingerprint Reader
  • LTE Modem
  • NFC Reader
  • Infrarot+720p HD Webcam

Damit handelt es sich bis auf einen Punkt um die maximale verfügbare Ausstattung. Also Option gäbe es noch ein 4K Display mit Touch, allerdings geht das an meinem Wunsch eines matten Displays vorbei und der Sinn von Touch an einem klassischen Notebook hat sich mir noch nie erschlossen.

Der Preis dieser Konfiguration ist happig, jedoch immer noch wesentlich günstiger als das MacBook Pro 2016.

Zu den harten Fakten. Die SSD ist ein hervorragendes Modell von Samsung, identifiziert sich als MZVLW1T0HMLH – im Klartext eine  Samsung PM961.

Das kann sich für eine Notebook-SSD durchaus sehen lassen. Wichtig ist hier auch, dass man zusätzlich zu Windows 10 auch noch den separat downloadbaren Samsung NVMe-Treiber 2.2 herunterlädt und installiert – ansonsten ist die Performance enttäuschend.

Bei der CPU Intel i7-7600U handelt es sich um einen aktuellen Kaby Lake Mobile Prozessor, welcher auf 15 Watt Leistung spezifiziert ist und bis zu 3,9 GHz takten kann. Im Zusammenspiel mit den 16 GB Ram kann man also ohne Weiteres auch mal die eine oder andere virtuelle Maschine betreiben.

Als Windows Version wird laut der Lenovo Website Windows 10 Professional Signature Edition ausgeliefert. Hmm. Signature Edition. Das ist definitiv kein Windows 10-Lizenztyp.  Ein bisschen googeln und ein Blick in die Systemsteuerung bringt hier Klarheit. Installiert und lizenziert ist also Windows 10 Pro (in meinem Fall noch die 1607er Version, das Creators Update musste ich installieren).

Signature Edition bedeutet einfach, dass hier so gut wie keine Testversionen oder sonstige unsinnigen Applikationen installiert sind. Danke dafür!

Zu guter Letzt zum Unerfreulichen. Das Gerät kostet in der Konfiguration – sofern keine Rabatte und andere Benefits verfügbar sind – 2.700 Euro inkl. Mehrwersteuer. Das ist eine Ansage. In dem Bereich liegt dann unter anderem auch ein MacBook Pro.

Mein Fazit: Ja, das Gerät ist sehr teuer. Wer jedoch wert auf eine portable, zuverlässige, leichte Windows-Maschine mit langer Akkulaufzeit mit LTE-Option wert legt, ist hier bestens beraten.

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